03.11.2009 - Erstbegehung der Jasemba Südwand (7350m) im Alpinstil - Detailbericht
Am 29.Oktober 2009 um 14 Uhr 30 stehen wir auf dem Gipfel des 7350m hohen Jasemba. Michi, Samuel und ich. Doch es kommt nicht richtig Freude auf - der Jasemba hat keine flach abfallende Seite. Ähnlich wie am Matterhorn ist man am Gipfel erst auf halbem Weg. Am selben Abend schaffen wir es noch zu unserem Lager auf 6900m und am nächsten Tag bis ganz runter - insgesamt 25mal abseilen an Eissanduhren, Keilen, Camalots, einem vergrabenen Eispikel und einem vergrabenen Teleskopstocksegment.

Nun sind wir heilfroh und sehr erschöpft zurück im Basislager.

Gestartet sind wir am 25. Oktober. Nach einem fünfstündigem Marsch über den zerrissenen Somnagletscher erreichten wir den Wandfuss auf 5800m. Am nächsten Tag kommen wir schnell vorran. Ein bisschen Eisklettern und dann Schneestapfen. Fast übermütig stellen wir unser Zelt auf einem Schneepilz auf. Die Höhe beträgt 6500m. Wir übernachten angeseilt. Der Schneepilz, auf welchem unser Zelt steht, würde jedem SUVA-Baustellenprüfer das letzte graue Haar rauben. Am nächsten Tag wurde das Gelände sehr tükisch. Schneepilze in Grössen von PKW's bis LKW's und dazwischen steile Eiswände stellten sich in den Weg. Während man im Eis klettert, kann man sich sehr gut mit Eisschrauben absichern. Steht man aber im bodenlosen Schnee kann man sich praktisch nur wie eine Wühlmaus fortbewegen, ohne jegliche brauchbare Absicherung. Man fragt sich, was dass eigentlich noch mit Klettern zu tun hat, und man ist mit seinen Nerven am Ende, weil es immer ein Schritt voraus geht und dann wieder zwei zurück. Mit einer Tagesleistung von 'nur' 400 Höhenmeter richten wir ziemlich erschöpft unseren Biwakplatz auf 6900m ein. Eine Spalte in einem Schneepilz bürgt gerade genug Platz für unser 2-Personen-Zelt. Demnach gemütlich kann man sich auch die Nacht vorstellen. Die Höhe und die Anstrengungen der letzten drei Tage, dienen nicht gerade der Moral für den Gipfelgang. Eine 150m hohe Felsbarriere mit senkrechten Passagen und nochmals 300m Schneegewühle verlangen unserem Team alles ab. Dank dem Teamgeist und unserer Motivation schaffen wir es trozdem.

Mit unserer Erstbegehung der Südwand wurde der Gipfel auch zum ersten Mal im Alpinstil bestiegen.

Herzliche Grüsse und bis bald,

Anthamatten Simon